Die reziproke Weihnachtsmann-Lüge?
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(TOP 10 REZENSENT)    (#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)    Rezension bezieht sich auf: UFOs - die unerwünschte Wahrheit (Gebundene Ausgabe) Nicht jeder wird wissen, was man unter der reziproken Weihnachtsmann-Lüge versteht. Sie ist aber der eigentliche Grund, warum ich in dieses Buch geschaut habe. Ehrlich gesagt hätte ich nie gedacht, dass ich einmal ein UFO-Buch rezensieren würde. Aber bereits die Einleitung ist interessant. Denn dort steht eine Reihe von Wahrheiten, die nicht jedem bewusst sind. Zu meiner Überraschung referiert der Autor dann im Weiteren auch noch sehr ausführlich über erkenntnistheoretische und wissenschaftsphilosophische Fragen und zeigt dabei seinen breiten Kenntnisstand.

Wenn wir von UFOs hören, dann wenden wir uns eher belustigt ab. Wir wissen ja, dass es so etwas nicht gibt. Der Autor dagegen behauptet, dass es tausende von Beobachtungen solcher unidentifizierten Flugobjekte pro Jahr geben würde. Die Dunkelziffer soll noch höher liegen, denn vor allem Piloten schweigen lieber als sich lächerlich zu machen. Wohl gemerkt, wir reden hier zunächst lediglich über Erscheinungen in der Atmosphäre, deren Ursprung nicht bekannt ist.

Ob man diese Erscheinungen (wenn sie tatsächlich existieren) nun jetzt oder später und besonders in ihrer angeblichen Häufung insgesamt erklären kann, sei einmal dahingestellt. Die Wissenschaften verweigern sich einer Untersuchung solcher Erscheinungen. Nachdem die Mehrheit glaubt, dass es UFOs tatsächlich nicht gibt, ist diese Verweigerungshaltung nichts weiter als ein Ausleben des Herdentriebs. Kein auf seine Karriere bedachter Wissenschaftler wird auf die Idee kommen, sich mit solchem Zeug zu befassen.

Und mal angenommen, wir hätten wirklich Besuch von wem auch immer auf unserer schönen Erde. Eine Veröffentlichung solcher Ereignisse wäre der allgemeinen Beruhigung nicht gerade förderlich. Es gibt also genug Gründe, um solche eventuellen Besuche oder nur die Vermutungen darüber geheim zu halten. Wer also an Gedankenspielen interessiert ist, der kann sich in diesem Buch genug Material dafür besorgen.

Obwohl wir Informierten genau wissen, dass es keinen Weihnachtsmann gibt, verklickern wir aber unseren uninformierten Kindern seine angebliche Existenz dennoch jedes Jahr aufs Neue. Informierte wissen nach Aussage des Autors angeblich genau über die Existenz unidentifizierter Erscheinungen in unserer Atmosphäre. Dennoch erzählen sie der uninformierten Öffentlichkeit beharrlich das Gegenteil. Da haben wir die reziproke Weihnachtsmannlüge.

Auf den ersten hundert Seiten seines Buches äußert sich der Autor zum Stand der UFO-Diskussion und erklärt, dass das Militär im Gegensatz zur Wissenschaft UFOs ernst nimmt. Britische Wissenschaftler haben seinerzeit angeblich einen Raketenangriff Hitlers auf London für unmöglich gehalten. Erfahrung mit wissenschaftlichen Prognosen macht eben klug.

Die nächsten hundert Seiten sind dann wissenschaftstheoretischen und philosophischen Fragen gewidmet. Laien erfahren dort, dass sie in der Regel eine völlig falsche Vorstellung vom Innenleben der Wissenschaften und deren Verhältnis zur Wahrheit haben. Menschen, die lange genug wissenschaftlich tätig waren und dabei auch administrative und gutachterliche Arbeiten verrichteten und sich dennoch ihren unabhängigen Geist bewahrten, können die Ausführungen des Autors nur bestätigen. In den Wissenschaften geht es zu wie überall. Es regieren Mittelmaß und Interessenskartelle. Wer wissenschaftlich arbeiten möchte, braucht Förderung. Fördermittel werden durch Organisationen vergeben, die sich am Mainstream orientieren. Daraus folgt, dass scheinbare Randgebiete nicht gefördert werden und sich alles an der jeweiligen wissenschaftlichen Mode orientiert. Dasselbe gilt für die für jeden Wissenschaftler existenziell wichtigen Veröffentlichungen seiner Forschungsergebnisse: Die wissenschaftlichen Zeitschriften werden von den Vorsitzenden der Kartelle dominiert. Das sind übrigens nicht nur meine persönlichen Erfahrungen, sondern Forschungsergebnisse von Wissenschaftstheoretikern, die im vorliegenden Buch zitiert werden.

Seine treffende Analyse der Vorgehensweise etablierter Wissenschaften nutzt der Autor danach, um dem Leser die kategorische Ablehnung einer irgendwie gearteten UFO-Forschung durch die Gescholtenen zu erklären. Natürlich gibt es auch ganz objektive Gründe dafür. Mal abgesehen davon, dass nicht klar ist, welche Wissenschaft hier zuständig wäre, ist die Datenlage sehr schwach und völlig unsystematisch. An dieser Stelle beißt sich die Katze in den Schwanz, denn bei einer systematischen Untersuchung gäbe es entweder keine oder mehr Daten, je nachdem, ob es tatsächlich Außerirdische bei uns gibt oder nicht.

Im 3. Kapitel kommt der Autor dann zum eigentlichen Thema und berichtet und kommentiert eine Reihe von angeblichen Entführungen durch Außerirdische. Vieles davon liest sich tatsächlich wie ein schlechtes Drehbuch. Ich möchte aber hier keinerlei Urteil abgeben, da ich mich wegen meiner Uniformiertheit dazu außerstande sehe. Ich habe bisher weder ein UFO gesehen, noch bin ich von dessen Besatzung entführt worden. Selbstverständlich kann ich auch das Gegenteil nicht beweisen. Der Autor argumentiert, dass die Anwesenheit von Außerirdischen zwar unserem Kenntnisstand der Astrophysik widerspricht, dies jedoch noch kein wirklicher Gegenbeweis sei. Damit hat er wohl recht, denn schließlich gab es auch bei uns Zeiten, da wäre man mit einem Bannstrahl oder mehr belegt worden, wenn man gesagt hätte, dass die Erde um die Sonne kreist.

Kapitel 4 befasst sich mit der Zukunft interstellarer Reisen. Das ist deshalb von Bedeutung, da ein Hauptargument der UFO-Leugner die physikalische Unmöglichkeit solcher Reisen ist.

Die letzten ca. 150 Seiten dieses Buches sind mit Fallberichten, Literaturhinweisen und verschiedenen Registern belegt.

Fazit.
Ich hätte nicht geglaubt, dass dieses Buch interessant ist. Ich war besonders angetan von den Abhandlungen über die wissenschaftliche Arbeitsweise und den Umgang der etablierten Wissenschaften mit so genannten Anomalien. Dort findet man eine Reihe von Wahrheiten, die nicht jeder über die modernen Wissenschaften kennt. Die Hardcore-UFO-Berichte kann ich nicht bewerten. Sie werden in der gesellschaftlich anerkannten Sichtweise als Blödsinn abqualifiziert. Der Autor beklagt, dass man das tut ohne sich auch nur die Mühe zu machen, einen Beweis anzutreten. Erzeugte Lächerlichkeit und ihre Weiterverbreitung mittel medialem Herdentrieb ist kein wirkliches Argument. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo da draußen. In diesem Sinne fünf Sterne für ein gut geschriebenes Buch.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 12. März 2009
Kundenrezensionen:
3. endlich ein neues Buch über das Thema
2. Die reziproke Weihnachtsmann-Lüge? (die aktuell angezeigte Rezension)
1. Sehr gute Berichterstattung zum gegenwärtigen Stand der Forschungen
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